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Longevity: Was funktioniert wirklich – und was ist nur Hype?

Longevity: Was funktioniert wirklich – und was ist nur Hype?

Von Laura Merten · Aktualisiert: 12. Februar 2026

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Longevity ist längst mehr als ein Trendbegriff. Kaum ein Thema wird im Gesundheitsbereich derzeit so intensiv diskutiert – und gleichzeitig so stark vermarktet.

NAD-Booster, Resveratrol, Kryotherapie, Eisbad, Supplement-Stacks: Die Versprechen reichen von „Zellverjüngung“ bis hin zur Verlängerung der Lebensspanne. Doch was davon ist wissenschaftlich tragfähig? Und wo beginnt der Marketing-Hype?

Genau darüber spreche ich in meiner aktuellen Podcastfolge mit Dr. med. Jan Hennigs, Mediziner und Forscher mit Schwerpunkt gesundes Altern. Unser Ziel: eine nüchterne Einordnung zwischen Evidenz, Hoffnung und Geschäftsmodell.

Longevity bedeutet nicht Unsterblichkeit

Wenn von Longevity die Rede ist, entsteht schnell das Bild vom möglichst langen Leben. Medizinisch ist der Begriff jedoch differenzierter zu betrachten. Es geht weniger um maximale Lebensjahre als um die sogenannte Gesundheitsspanne – also die Jahre, in denen wir körperlich und geistig selbstständig und leistungsfähig bleiben.

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Das klingt vernünftig. Problematisch wird es dort, wo komplexe biologische Prozesse auf einfache Produktversprechen reduziert werden. Altern ist kein einzelner Mechanismus, der sich mit einer Kapsel „ausschalten“ lässt. Es handelt sich um ein vielschichtiges Zusammenspiel aus genetischen Faktoren, Lebensstil, Umwelt und Zufall.

Genau hier ist kritisches Denken gefragt.

Longevity-Supplements und das Prinzip “Stacking”

Ein großer Teil des Longevity-Marktes besteht aus Nahrungsergänzungsmitteln. Besonders populär sind sogenannte NAD-Vorstufen, Polyphenole wie Resveratrol oder komplexe „Stacks“, bei denen mehrere Substanzen kombiniert werden. Die Idee dahinter: Wenn einzelne Wirkstoffe theoretisch in Alterungsprozesse eingreifen, könnten sie gemeinsam einen stärkeren Effekt entfalten.

Doch Theorie ist nicht gleich Praxis.

Viele der diskutierten Mechanismen stammen aus Zell- oder Tierstudien. Hochwertige Humanstudien, die eine tatsächliche Verlängerung der Lebensspanne zeigen, sind selten. Das bedeutet nicht, dass jede Substanz wirkungslos ist – wohl aber, dass Marketingaussagen häufig deutlich weiter gehen als die Datenlage.

Im Podcast sprechen wir darüber, wo Forschung vielversprechend ist, wo sie noch am Anfang steht – und warum hohe Preise kein Qualitätsmerkmal für Evidenz sind.

Eisbad, Kryotherapie und Biohacking

Auch Kälteanwendungen werden zunehmend als Anti-Aging-Maßnahme diskutiert. Eisbaden und Kryotherapie können kurzfristig physiologische Reaktionen auslösen, etwa im Stoffwechsel oder im Herz-Kreislauf-System. Diese Effekte sind messbar und gut dokumentiert.

Die entscheidende Frage lautet jedoch: Übersetzen sich solche akuten Reaktionen tatsächlich in eine verlängerte Gesundheitsspanne oder gar Lebensdauer?

Hier wird oft eine Brücke geschlagen, die wissenschaftlich so nicht eindeutig belegt ist. Nicht jede intensive Erfahrung ist automatisch ein langfristiger Gesundheitsvorteil. Genau diese Differenzierung ist essenziell, um zwischen sinnvollen Maßnahmen und überzogenen Erwartungen zu unterscheiden.

Was wirklich beim gesunden Altern hilft

Bei aller Faszination für Biohacking und High-End-Supplemente zeigt die Forschung seit Jahrzehnten ein deutliches Muster: Bewegung, Schlaf, ausgewogene Ernährung und Stressregulation gehören zu den stärksten Einflussfaktoren für gesundes Altern.

Das klingt weniger spektakulär als Kryokammern oder personalisierte Supplement-Protokolle. Aber es ist belastbar belegt.

Warum also verschiebt sich der Fokus so stark auf technisch klingende Lösungen? Auch diese gesellschaftliche Dynamik beleuchten wir im Gespräch.

Longevity ohne Optimierungsdruck

Ein weiterer Aspekt, der selten thematisiert wird, ist der psychologische Druck hinter dem Thema. Wer gesund altern möchte, muss nicht jede neue Methode testen oder sein Leben um Anti-Aging-Routinen herum organisieren. Gesundheit entsteht langfristig durch konsistente, realistische Gewohnheiten – nicht durch permanente Selbstoptimierung.

In der Podcastfolge geht es deshalb nicht um Verbote oder Ideologien, sondern um Klarheit. Welche Maßnahmen sind plausibel? Wo lohnt sich ein genauer Blick? Und was darf man mit gutem Gewissen skeptisch betrachten?

Wenn du dich für Longevity interessierst, aber keine Lust auf leere Versprechen hast, bekommst du hier eine fundierte Einordnung

Hör jetzt in die Episode mit Dr. med. Jan Hennigs rein und bilde dir deine eigene Meinung – auf Basis von Wissenschaft statt Hype.

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Über Laura Merten

Laura ist Ernährungswissenschaftlerin (M.Sc.) und Autorin von den Ernährungsratgebern »Endlich vegan« und »plant.based.«. Sie liebt es zu backen, fotografiert gerne und tobt sich im Texteuniversum aus.

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