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Zusatzstoffe in Lebensmitteln: Wie gefährlich sind E-Nummern wirklich?

Zusatzstoffe in Lebensmitteln: Wie gefährlich sind E-Nummern wirklich?

Von Laura Merten · Aktualisiert: 9. April 2026

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Ein Blick auf die Zutatenliste reicht oft schon, um skeptisch zu werden: Emulgatoren, Stabilisatoren, Farbstoffe, E-Nummern. 
Viele Menschen fragen sich deshalb, wie sicher Zusatzstoffe in Lebensmitteln eigentlich sind.

Werden sie nur eingesetzt, um Produkte künstlicher wirken zu lassen – oder erfüllen sie tatsächlich wichtige Funktionen?Tatsächlich gehören Zusatzstoffe in Lebensmitteln seit Jahrzehnten zur modernen Lebensmittelproduktion. Trotzdem hält sich die Skepsis hartnäckig. In dieser Podcastepisode werfe ich mit Lebensmittelchemiker Prof. Daniel Wefers von der Uni Halle einen kritischen Blick auf Zusatzstoffe.

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Was bedeutet Zusatzstoffe überhaupt?

Als Zusatzstoffe in Lebensmitteln bezeichnet man Stoffe, die einem Produkt aus technologischen Gründen zugesetzt werden. Sie sollen und müssen bestimmte Eigenschaften verbessern oder stabilisieren.

Typische Funktionen sind zum Beispiel:

  • Haltbarkeit verlängern
  • Farbe stabilisieren
  • Konsistenz verbessern
  • Geschmack beeinflussen

Deshalb findet man Zusatzstoffe in Lebensmitteln vor allem in stärker verarbeiteten Produkten wie Fertiggerichten, Wurstwaren, Süßigkeiten oder Softdrinks. Wichtig ist dabei: Zusatzstoffe werden nicht willkürlich eingesetzt. Jeder Stoff muss zuvor ein umfangreiches Zulassungsverfahren durchlaufen.

E-Nummern: Was steckt dahinter?

Viele Menschen verbinden Zusatzstoffe in Lebensmitteln automatisch mit E-Nummern – und genau diese lösen oft Skepsis aus. Dabei ist eine E-Nummer zunächst nichts anderes als eine einheitliche Kennzeichnung für zugelassene Zusatzstoffe in Lebensmitteln innerhalb der EU.

Das „E“ steht für Europa. Hinter jeder Nummer steckt ein klar definierter Stoff, zum Beispiel:

  • E100 Kurkumin – ein Farbstoff aus Kurkuma
  • E162 Betanin – ein Farbstoff aus Roter Bete
  • E250 Natriumnitrit – ein Konservierungsstoff

Eine E-Nummer sagt also nicht aus, ob die Zusatzstoffe künstlich oder natürlich sind. Sie zeigt lediglich, dass der Stoff wissenschaftlich bewertet und zugelassen wurde.

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Wie sicher sind Zusatzstoffe in Lebensmitteln?

Bevor Zusatzstoffe in Lebensmitteln verwendet werden dürfen, müssen sie umfangreiche Sicherheitsprüfungen bestehen. In Europa erfolgt diese Bewertung unter anderem durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).

Dabei werden verschiedene Aspekte untersucht, zum Beispiel:

  • mögliche toxische Effekte
  • langfristige Gesundheitsrisiken
  • Auswirkungen auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen

Ein zentraler Wert ist dabei der sogenannte ADI-Wert (Acceptable Daily Intake). Er beschreibt die Menge eines Stoffes, die ein Mensch täglich lebenslang aufnehmen kann, ohne gesundheitliche Schäden zu erwarten. Die tatsächliche Aufnahme dieser Zusatzstoffe liegt im Alltag meist deutlich unter diesen Grenzwerten.

Natürlich vs. künstlich: ein verbreitetes Missverständnis

Viele Menschen gehen davon aus, dass natürliche Zusatzstoffe in Lebensmitteln automatisch gesünder sind als synthetische. Doch diese Unterscheidung sagt wenig über die tatsächliche Sicherheit aus.

Ein roter Farbstoff aus Roter Bete (E162) wird häufig als besonders natürlich wahrgenommen. Gleichzeitig gibt es synthetische Farbstoffe wie Azorubin (E122), die deutlich kritischer betrachtet werden.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist jedoch entscheidend, wie ein Stoff wirkt – nicht woher er stammt. Viele natürliche Stoffe können ebenfalls toxisch sein, während manche synthetischen Zusatzstoffe in Lebensmitteln sehr gut untersucht und sicher sind.

Nitritpökelsalz und andere kontroverse Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Ein Beispiel für intensiv diskutierte Zusatzstoffe ist Nitritpökelsalz. Es wird vor allem in verarbeitetem Fleisch eingesetzt, um Bakterien zu hemmen, die Haltbarkeit zu verlängern und die typische Farbe von Wurstprodukten zu erzeugen.

Kritiker weisen darauf hin, dass Nitrit im Körper sogenannte Nitrosamine bilden kann, die potenziell krebserregend sind. Deshalb gelten hier besonders strenge Grenzwerte.

Ein anderes Beispiel ist Titandioxid (E171). Dieser weiße Farbstoff wurde 2022 in der EU vorsorglich verboten, weil mögliche genotoxische Effekte nicht sicher ausgeschlossen werden konnten.

Muss man Zusatzstoffe in Lebensmitteln vermeiden?

Dazu habe ich Lebensmittelchemiker Prof. Daniel Wefers von der Uni Halle gefragt. Was er zu dem ganzen Thema aus chemischer Sicht sagt und wie er im Alltag damit umgeht, erfährst du in dieser Podcastepisode.

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Über Laura Merten

Laura ist Ernährungswissenschaftlerin, Dozentin und Buchautorin. Sie vermittelt Ernährung wissenschaftlich fundiert, verständlich und undogmatisch und gibt Orientierung im Ernährungsdschungel – alltagstauglich, klar und ohne Perfektionsdruck.

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